Was ist das
„Human Sleep Project“?

Im Human Sleep Project (HSP) erforschen die weltweit führenden Schlafforscher mit den einfachsten Methoden, wie Menschen im Alltag schlafen. Wir wollen die Vielfalt des Schlafes in aller Welt erfassen und herausfinden, wie man guten Schlaf erkennen und voraussagen kann, um Millionen Menschen zu helfen.

Aus dem Labor ins Leben

Schlaf wurde bisher fast nur im Labor untersucht, mit Menschen, die in fremden Betten und Elektroden am Kopf schlafen. So haben wir viel über Schlaf gelernt (z.B. über seine Stadien, wie Tief- und REM-Schlaf), können aber immer noch nicht die grundlegendsten Fragen beantworten: Wie viel Schlaf braucht man? Kann man Schlafqualität objektiv messen? Sollte man wirklich an einem Stück schlafen? Um diese und viele andere Fragen zu beantworten, müssen wir den Schlaf im richtigen Leben erforschen. Das Human Sleep Project (HSP) hat sich daher zur Aufgabe gemacht, weltweit den Schlaf im Alltag zu erforschen.

Nicht nur den Schlaf verbessern

Immer mehr Menschen leiden an Schlafstörungen mit ernstzunehmenden gesundheitlichen Folgen (die direkten und indirekten Kosten werden auf fast 1% des Bruttosozialprodukts geschätzt). Mit Hilfe von vielen freiwilligen Teilnehmern wie Ihnen soll das HSP bald grundlegende Fragen über Schlaf beantworten, Schlafstörungen bekämpfen und so die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität von Millionen von Menschen verbessern können.

Eine Viertelmillion Teilnehmer seit 2000

Das HSP sammelt verschiedene Arten von Daten. Zur Zeit gibt es vor allem Fragebögen, mit denen wir das Schlafverhalten im Alltag erforschen. Teile unserer Fragebogenaktionen laufen seit dem Jahre 2000 und wurden bereits von 250.000 Menschen genutzt. In naher Zukunft planen wir auch Aktivitätsaufzeichnungen, die viel über den Schlaf verraten können, zu sammeln und auszuwerten. Viele Menschen tragen bereits zum Spaß Geräte, mit denen sie Ihre Aktivität, d.h. ihre körperliche Bewegung, im Alltag aufzeichnen. In Zukunft kann man sich diese Aufzeichnungen vom HSP detailliert auswerten lassen - auch im Hinblick auf Schlaf.

Schlaf ohne Grenzen

Um Schlaf besser zu verstehen, müssen wir ihn in den verschiedensten Menschen im Alltag befragen und messen, weltweit, an Arbeits- und freien Tagen. Junge und alte Menschen aus allen Kontinenten, vom Äquator bis zu den Polen, aus Gegenden mit und ohne Elektrizität. Wir wollen wissen, ob und wie sich Schlaf im Laufe der Industrialisierung veränderte, ob Städter anders schlafen als die Landbevölkerung und vieles mehr.

Das Human Sleep Project und seine Macher

Die Geschichte des HSP begann mit der Erforschung der inneren Uhr. In dem Europäischen Forschungsnetzwerk EUCLOCK haben 34 Chronobiologen, 29 wissenschaftliche Institute, 11 europäische Länder untersucht, wie sich die innere Uhr in den 24-Stunden-Rhythmus der Erde einpasst und wie sie den Schlaf beeinflusst. Daraus hat sich das Human Sleep Project entwickelt. Das HSP ist noch im Aufbau. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehören die weltweit besten Schlafforscher aus Oxford, Harvard,

Chicago, Boulder, Surrey, Amsterdam, und Groningen. Das HSP wurde von Prof.Till Roenneberg von der Ludwig-Maximilians-Universität, München gegründet und wird von dort koordiniert. Till Roenneberg, geboren 1953 in München, studierte in München und London und forschte mehrere Jahre in Harvard. Er ist Leiter der Humanen Chronobiologie an der LMU, Präsident der European Society for Rhythms Research (EBRS) und der World Federation of Societies for Chronobiology (WFSC).

Das Team

Prof. Dr. Till Roenneberg
Studienleiter
David Lenssen
HSP Forscher
Eva Winnebeck
HSP Forscher

"Chronobiology: The human sleep project"


"Five myths about sleep"


"Eule oder Lerche?"


"Von Türhöhen, Vögeln und starren Gesellschaftssystemen"


"Warum Vorschlafen wenig bringt"